Konzentrierte Heilkraft
Mit Ölauszügen lassen sich arzneilich wirksame Stoffe aus Pflanzen extrahieren.
Die Pharmazie kennt verschiedene Möglichkeiten, sich die Heilkraft von Pflanzen zunutze zu machen. Eine der klassischen Methoden ist die so genannte Extraktion, also das Herauslösen von bestimmten arzneilich wirksamen Bestandteilen einer Pflanze. Für eine solche Extraktion gibt es unterschiedliche Verfahren, etwa mit Hilfe von Alkohol, Wasser oder Öl; letztendlich ist ein frisch aufgebrühter Kaffee nichts anderes als ein Auszug aus gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen in Wasser mit anschließender Filtration. Auch für die Arzneimittel- und Kosmetikherstellung bei der WALA werden Auszugsverfahreneingesetzt – am prominentesten ist der von Dr. Rudolf Hauschkaentwickelte Auszug von frischen Pflanzen mit Wasser, der ohne Zusatz von Ethanol haltbar ist (siehe Bericht über das Pflanzenlabor in der viaWALA 02 unter www.viawala.de). Zum Einsatz kommen aber auch Essenzen, das sind wässrig-alkoholische Auszüge, und Ölauszüge, bei denen getrocknete Pflanzen – so genannte Drogen – ihre Wirksubstanzen an das Auszugsmedium Öl abgeben.

Duftender Gruß aus Persien
Im WALA Öllabor liegt heute ein Duft, der glücklich macht. Er entsteigt Baumwollsäcken, die eine wertvolle Fracht bergen: getrocknete Knospen der Damaszener Rose. Sie stammen vom persischen Handelspartner der WALA, der seine bio-zertifizierten Rosen in den Bergen auf mehr als 2000 Meter Höhe kultiviert. Mit den Rosenknospen setzen Paul Pietrzyk und sein Kollege Daniel Stahovic einen Ölauszug an, der später die Grundlage des Dr.Hauschka Rosenblüten Körperöls bildet. „Zuerst zerkleinern wir die Rosenknospen“, erklärt Paul Pietrzyk, der flink die gereinigten Edelstahlbehälter nochmals desinfiziert, bevor er die Rosenblüten exakt in sie hinein abwiegt. Danach kommt Erdnussöl hinzu, auch genau abgewogen. Nur einmal kurz umrühren, damit nicht zu viel Sauerstoff an das empfindliche Öl gelangt, dann kommt der Deckel mit Dichtung und Verschlussring auf den Behälter.

Im Rhythmus der Natur …
Am Deckel des Ölbehälters sind eine große Spirale und ein Rührer fest montiert, die in das Öl-Rosenblüten-Gemisch hineinragen. An die Spirale schließt Daniel Stahovic von außen Wasserschläuche an, aus denen 37 Grad Celsius warmes Wasser durch die Spirale läuft, die so erwärmt die Temperatur des Ölauszuges konstant auf Körpertemperatur hält. Morgens und abends durchmischt der druckluftangetriebene Rührer den Rosenblütenansatz, sieben Tage lang.

Dieses Auszugsverfahren ähnelt zu einem gewissen Grad dem rhythmischen Verfahren, das Rudolf Hauschka für wässrige Pflanzenauszüge entwickelte, und hat Eingang in das Homöopathische Arzneibuch gefunden. Der Wechsel zwischen Stehen und Rühren des Öls bei Körpertemperatur soll die Polarität Ruhe und Bewegung, der die Pflanze in der Natur ausgesetzt ist, bei der Verarbeitung eine Zeit lang weiterführen und helfen, die Inhaltsstoffe der Pflanze besser aufzuschließen.

… hat sich die Körpertemperatur bewährt
Und tatsächlich eignet sich dieses Verfahren sehr gut: Vor kurzem wurde in einer wissenschaftlichen Studie der Universität Hamburg1 belegt, dass die Extraktion bei Körpertemperatur effektiver ist als mit einer Methode, bei der die Drogen nur vier Stunden lang ausgezogen werden, dafür aber bei einer höheren Temperatur von 60 bis 70 Grad Celsius. Die Konzentration einer Wirksubstanzgruppe, die in der Arnika enthalten ist – die so genannten Sesquiterpenlactone – war bei den Tests höher als im Heißauszug; dasselbe gilt für die ätherischen Öle der Kamille oder die Carotinoide der Ringelblume.

Nur klares Öl verlässt unser Öllabor
Nach sieben Tagen filtrieren Pietrzyk und Stahovic den Ansatz durch Baumwolltücher und einen Feinfilter. Paul Pietrzyk kontrolliert während des Vorgangs ständig, wie der fertige Rosenblütenextrakt aussieht. „Nur klares Öl verlässt unser Labor“, sagt Susanne Geisel, Gruppenleiterin in der WALA Ölherstellung. Zudem kommen Proben in das hauseigene Analyselaboratorium, das diverse Untersuchungen für die Freigabe durchführt.

Im Lagerraum stehen derweil weitere Säcke mit getrockneten Heilpflanzen, die für die unterschiedlichsten WALA Arzneimittel und Dr.Hauschka Kosmetikprodukte extrahiert werden. Brennnessel und Birkenblätter warten auf ihre Verarbeitung für WALA Birken Rheumaöl, Schlehenblüten werden sieben Tage lang für das Dr.Hauschka Schlehenblüten Körperöl und für ein WALA Dispersionsbadeöl ausgezogen, das in der Jungebad-Apparatur zum Einsatz kommt. „Wir verarbeiten hier insgesamt etwa 30 verschiedene Heilpflanzen“, sagt Susanne Geisel. Das Arbeiten im Öllabor ist dadurch abwechslungsreich. Denn jede Pflanze hat ihre Eigenart: in der Verarbeitung und im Duft.

Pfeil Catrin Cohnen, Antal Adam
1Heldmaier M, Stahl -Biskup E. Extraktion mit Olivenöl. Was und wie viel geben die Blütendrogen her. Deutsche Apotheker Zeitung 2006; 19: 52-57.

* Pflichtangaben:

Birken Rheumaöl mit Arnika
Anwendungsgebiete: Schmerzhafte, traumatisch, entzündlich oder rheumatisch bedingte Muskel- und Gelenkerkrankungen. Warnhinweis: Erdnussöl kann in seltenen Fällen örtlich begrenzte Hautreaktionen (z.B. Kontaktdermatitis) auslösen.

Birken Rheumaöl ohne Arnika
Anwendungsgebiete: Schmerzhafte, traumatisch, entzündlich oder rheumatisch bedingte Muskel- und Gelenkerkrankungen. Warnhinweis: Erdnussöl kann in seltenen Fällen örtlich begrenzte Hautreaktionen (z.B. Kontaktdermatitis) auslösen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.